Ultraleichtflug-Ausbildung

Der Luftsportgeräteführerschein ist das Richtige, wenn man das Fliegen an sich genießen möchte,  aber gelegentlich ein bestimmtes Ziel ansteuern will. Ein Ultraleichtflugzeug (UL) darf dabei im Gegensatz zum Motorflugzeug nur maximal 600 kg beim Abflug wiegen. Aus diesem Grund gibt es nur maximal zweisitzige ULs. Außerdem wird in Lizenzen für Motorschirme, gewichtskraft- und aerodynamisch gesteuerte UL sowie Tragschrauber unterschieden. Beim ACZ kann die Sportpilotenlizenz (SPL, nicht zu verwechseln mit der Sailplane Pilot License) für aerodynamisch gesteuerte UL erworben werden.

Im Gegensatz zum Motor- und Segelflug gilt für den Ultraleichtflug weiterhin die deutsche LuftPersV. Dort sind in den Paragraphen 42 bis 45 die Grundlagen der Lizenz geregelt.

Für eine UL-Lizenz benötigt man mindestens eine medizinische Tauglichkeit (Medical) der Stufe LAPL.

Theoretische Ausbildung

Es werden folgende Inhalte gelehrt und auch geprüft:

  • Luftrecht
  • Navigation
  • Meteorologie
  • Aerodynamik
  • allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse, Technik und pyrotechnische Einweisung
  • Verhalten in besonderen Fällen
  • menschliches Leistungsvermögen (HP&L)
  • Sprechfunkzeugnis BZF II

Die dafür notwendigen Kenntnisse werden in einem Theorielehrgang übermittelt, der im Winter stattfindet. Die Prüfung muss dabei vom ersten Antritt innerhalb von 18 Monaten bestanden werden. Bis zur praktischen Prüfung ist nach dem Bestehen aller Fächer 24 Monate Zeit.

Die pyrotechnische Einweisung ist notwendig, da die UL in der Regel mit einem Gesamtrettungssystem ausgerüstet sind. Das ist ein Fallschirm, an dem nach dem Auslösen das Flugzeug im Ganzen zur Erde sinken kann. Dieser Fallschirm wird durch eine kleine pyrotechnische Explosion ausgelöst.

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung erfolgt in der Regel in den Monaten April bis November. Wenn es das Wetter zulässt, kann auch im Winter geflogen werden. Bis zum ersten Alleinflug, der sicherlich Höhepunkt der Ausbildung ist, erlernt man alle Grundlagen des Fliegens. Anschließend erfolgen Überlandflüge und Streckenflüge mit Landungen an größeren Flughäfen und kleinen Flugplätzen. Vor Ende der Ausbildung muss noch ein Überlandflug im Alleinflug absolviert werden.

Insgesamt müssen dabei mindestens 30 Stunden geflogen werden, davon 5 Stunden allein.

Rechte der Lizenz

Mit der Lizenz dürfen alle aerodynamisch gesteuerten UL-Flugzeuge geflogen. Eine intensive Einweisung in jedes Muster ist dringend empfohlen.

Damit die Lizenz gültig ist, müssen in den letzten 24 Monaten mindestens 12 Flugstunden und 12 Starts und Landungen durchgeführt wurden. Ein Übungsflug mit Fluglehrer muss ebenfalls enthalten sein.

Kosten

Die Ausbildungskosten liegen deutlich unter denen zum Motorflugzeugpilot, sind aber trotzdem vor allem durch das Geschick des Flugschülers beeinflusst. Im Durchschnitt ist mit Kosten von ca. 6.000 € zu rechnen. Eine beispielhafte Aufstellung der konkreten Kosten beim AERO-CLUB Zwickau ist hier zu finden:

1. Aufnahmegebühr200 EUR
2. jährliche Beitrage
Mitgliedsbeitrag360 EUR
Pechvogelfonds50 EUR
3. Theoretische Ausbildung
Theorie-Lehrgang (90 h)675 EUR
Lehrmaterialca. 100 EUR
4. Flugausbildung
min. 30 Std. auf C42 (à 96 EUR)2.880 EUR
Pauschale für Flug-Grundausbildung (30 Std. à 15 EUR)450 EUR
Landegebühren auf Fremdflugplätzenca. 100 EUR
5. Bearbeitungsgebühr100 EUR
6. Fliegerarztca. 200 EUR
7. Flugfunkzeugnis360 EUR
8. Prüfungsgebühren und Ausstellung der Lizenzca. 200 EUR
9. Unfallversicherung (optional)ca. 150 EUR
GESAMTca. 5.825 EUR